Game Faces powered by Blue

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Folge#46 mit Cord Neubersch und Frodo: „Von Eigenmotivation bis Perfektionismus – Leistungsdruck hat viele Facetten!“

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Folge Nummer 46 von „Game Faces powered by Blue”, dem Podcast rund um Gaming und allem, was dazu gehört. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid, so wie auch unser Podcast Gast Cord Neubersch nochmal mit dabei ist und sein wertvolles psychologisches Wissen mit uns teilt. Frodo und Cord sprechen über Leistungsdruck, Perfektionismus und Burn-out. Dinge, die das Alltags- und Berufsleben bestimmen können, die aber auch im Gaming-Bereich eine große Rolle spielen.

Frodos Fragen an Cord:

  • Wie entsteht Leistungsdruck von außen und wie geht man damit um?
  • Wie grenzt man sich von anderen ab?
  • Wie schaffe ich es meine Stimme zu finden und zu behalten?
  • Wieviel Einfluss von außen ist gesund?
  • Welche Kritik sollte man annehmen? Wie entlarvt man Trolle?
  • Wie beschütze ich mich selbst vor Perfektionismus?
  • Macht es einen Unterschied wie alt ich bin, wenn ich Content Creator bin? Kann ich als “Erwachsener” besser mit bestimmten Herausforderungen umgehen?
  • Welche Tipps gibt es, um einen Ausgleich zu schaffen? (Gefahr Burn-out)

Wie entsteht denn Leistungsdruck?

„Leistungsdruck an sich ist erst mal überhaupt nichts Schlimmes. Leistungsdruck ist, wenn du so willst, ein Prozess und auch ein Vorgang, der deutlich macht, dass ich meine Leistung in eine Richtung bewegen will. Und der Druck soll mir dabei helfen, das zu schaffen und in den meisten Fällen ist es etwas, was zeitlich festgelegt ist und auch von dem, was rauskommen soll, festgelegt ist.“

Inwiefern hängt Leistungsdruck mit Motivation zusammen und wie viel Druck ist dementsprechend gut?

„Das hängt davon ab, wie motiviert du bist. Motivation ist ja das: Bin ich bereit, etwas zu machen, ist es mir das wert, das zu tun. Und das steht und fällt ganz schnell mit der Fremd- und Eigenmotivation.“ – „Es ist aus meiner Sicht immer die gesündeste Art, was durch die Eigenmotivation zu machen, weil man dadurch auch direkt im Selbstwert und auch in dem, was ich schaffe, also auch im Sinne von Erfolg, also auch im Sinne von Selbstverwirklichung.“ – „Leistungsdruck könnte man ja denken, dass alles, was zu viel ist, nicht gut ist. Ja, ist richtig. Alles, was zu viel ist, können wir für eine kurze Zeit auch konstruktiv packen. Zum Beispiel bei Prüfungen, dass wir vor einer Prüfung viel lernen und dann auch vielleicht Symptome haben, vielleicht auch mal Prüfungsangst. Das nehmen wir alles in Kauf, weil wir wissen, nach der Prüfung ist es vorbei. Wenn das jetzt dauerhaft wäre, hätte ich ein Problem.“

Wie viel Einfluss von außen ist gesund?

Ich würde sagen, generell ist Einfluss immer so lange gesund und gut, solange es inspirierend ist, solange es Anregung ist, solange es mich nicht in meiner eigenen Entwicklung einschränkt oder behindert.“

Wie kann man sich vor Perfektionismus und wahrscheinlich damit verbundenen Selbstzweifeln schützen?

„Es ist ein gesellschaftliches Thema. Und wir müssen uns klarmachen, finde ich, dass es erst überhaupt nichts Negatives ist. Generell für sich zu sagen Perfektionismus bringt mich auf eine Weise weiter. Weiter im Sinne von ich kann viele Dinge besser umsetzen. Ich habe in meinem Leben dadurch viel mehr erreicht und viel erlebt.“ – „Vielleicht sollte man das unterteilen in Präzision und Perfektion. Perfektion hat von der Begriffsdefinition her keine Luft mehr nach oben, weil da sind wir ja schon oben an der Spitze. Und das ist immer schwierig, wenn man sagt das möchte ich halten. Oder das ist mein Ziel, da will ich hin, weil das kann, und da sind wir wieder beim Leistungsdruck, kann den Leistungsdruck enorm nach oben steigern.“

Wenn ich mich als Perfektionist wahrnehme, habe ich folgendes Problem. Ich setze meine Leistung und meinen Erfolg automatisch mit meinem Selbstwert gleich. Ich sage dann nämlich, nach dem Motto, so das bin ich. Und wenn ich nicht perfekt bin, bin ich nicht gut genug.“

Welche und wie viel Kritik sollte man annehmen? Und wie kann man sich vor zu viel Kritik schützen?

„Ich finde Kritik immer gut. Es ist eher die Frage, wie ich Kritik vermittele. Kritik kann konstruktiv vermittelt werden. Solange sie konstruktiv vermittelt wird, hilft sie mir, dass ich mich weiterentwickele. Und von daher ist sie ja auch für jemand, der perfektionistisch veranlagt ist, gut. Aber sie bringt mich ja weiter, wenn sie konstruktiv ist. Das ist etwas, was man auch lernen muss, jeder Mensch. Wie vermittele ich etwas? Wenn ich sage, du bist da schlecht oder das kannst du nicht oder das wirst du nie lernen. Das ist natürlich übel. Das ist destruktive Kritik, die bringt mich nicht weiter. Wenn ich das konstruktiv formuliere, z. B. dass man auch erst mal sagt: Ich nehme wahr oder ich finde. Wenn man so was einleitet, dann bleibe ich ja bei meiner Wahrnehmung und sage nicht sofort du bist.“

Habe ich die Möglichkeit, meine Tätigkeit vielleicht auch so auszurichten, dass ich das gerne mache? Dann erlebe ich mich in meinem Selbstwert und meiner Selbstverwirklichung. Und das ist jetzt ein wichtiger Punkt, indem ich nämlich schaue, was macht mich aus, was ist mir wichtig im Leben?“

Vielen Dank lieber Cord, für das interessante Gespräch zu diesem vielschichtigen Thema. Den grandiosen Sound von Max ‚Frodo‘ verdanken wir Logitech G und Blue. Wenn ihr weitere Folgen hören wollt, einfach hier entlang. Wenn ihr unbedingt einen Gast hier im Podcast haben wollt, schreibt uns oder Frodo bei Twitter mit #GameFaces und wir setzen alle Hebel in Bewegung, das möglich zu machen.


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